Gesunde Leber, gesunder Körper:
So unterstützen wir unsere Entgiftungszentrale

In diesem Ratgeberartikel erfahren Sie zum einen, welche wichtigen Funktionen die Leber erfüllt und zum anderen erhalten Sie wichtige Tipps wie Sie sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen können.
Gesunde Leber, gesunder Körper - Leber unterstützen

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Welche Aufgaben erfüllt die Leber in unserem Körper?

Die Leber ist ein Leben lang rund um die Uhr für unser Wohlbefinden im Einsatz und macht, viele Funktionen unseres Körpers überhaupt erst möglich. So ist sie wesentlich für die Energiegewinnung verantwortlich und befreit uns von schädlichen Substanzen wie Alkohol oder anderen Schadstoffen. Was viele aber nicht wissen ist, dass eine Belastung für die Leber nicht nur durch Alkohol zustande kommt. Vielmehr ist das unserem schnelllebigen, modernen Lebensstil zuzuschreiben. Durch zu viel Zucker und Fett, sowie durch mangelnde Bewegung erhöhen sich die Leberwerte still und heimlich. Vor allem im Anfangsstadium bemerkt man meist nur Müdigkeit und wird erst spät auf mögliche Leberprobleme aufmerksam. Eine regelmäßige Entgiftungs-Kur ist daher in jedem Fall sinnvoll, um unsere Entgiftungszentrale gesund zu erhalten, Schäden vorzubeugen und sich gut im eigenen Körper zu fühlen.

Die Leber ist das größte innere Organ des Menschen und befindet sich im rechten Oberbauch. Sie übernimmt so viele Aufgaben wie kein anderes Organ und hat daher eine große Bedeutung für unseren gesamten Organismus. So ist sie etwa dafür verantwortlich, Nährstoffe zu verwerten, zu speichern oder eben abzubauen.

Welche Aufgaben die Leber im Körper erfüllt!


Folgende Funktionen übernimmt die sogenannte „Stoffwechselfabrik“ Leber im Körper:


Kohlenhydratstoffwechsel („Zuckerstoffwechsel“)
Kohlenhydratstoffwechsel („Zuckerstoffwechsel“)

Die Leber ist gemeinsam mit der Bauchspeicheldrüse für die Regulierung des Blutzuckerhaushaltes verantwortlich. Durch das Hormon Insulin steht Glukose als Energiequelle zur Verfügung. Kommt es zu einem Glukoseüberschuss, kann es in Form von Glykogen in der Leber gespeichert werden.


Eiweißstoffwechsel
Eiweißstoffwechsel

In der Leber werden körpereigene Proteine produziert, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Proteine dienen beispielsweise als Baustoff für unsere Muskeln oder regulieren die Blutgerinnung.
Im Falle einer erhöhten Zufuhr werden Proteine dagegen in der Leber auch abgebaut und der Überschuss somit ausgeglichen.


Fettstoffwechsel
Fettstoffwechsel

  • Fettsäuren dienen in erster Linie der Energiegewinnung. Dazu werden sie in der Leber abgebaut, also sozusagen „verbrannt“.

Hinweis: Auch überschüssige Kohlenhydrate und Proteine können in Fettsäuren umgewandelt und in der Leber gespeichert werden. Bei einer zu hohen Aufnahme trägt dies unter anderem maßgeblich zur Entstehung einer Fettleber bei.

  • Die Leber ist maßgeblich für die körpereigene Produktion von Cholesterin verantwortlich.
    Cholesterin dient als Ausgangssubstanz für die Produktion von Hormonen und Gallensäuren und ist somit per se nichts Schlechtes. Ein Überschuss an Cholesterin ist jedoch ungesund.

Tipp: Optimale Cholesterinwerte liegen unter 200 mg/dl. Die Blutfettwerte können bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung ermittelt werden. Als cholesterinsenkend hat sich etwa die Heilpflanze Knoblauch erwiesen.


Wichtig für Sie zu wissen
Wichtig für Sie zu wissen!
Ein gut funktionierender Stoffwechsel (d.h. die Verarbeitung von über die Nahrung zugeführtem Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate) an dem die Leber maßgeblich beteiligt ist, gilt als Grundvoraussetzung für erfolgreichen Gewichtsverlust im Rahmen einer Diät!


Produktion von Gallenflüssigkeit
Produktion von Gallenflüssigkeit
Die Gallenflüssigkeit wird für die Aufnahme fettlöslicher Substanzen, z. B. Vitamin A und D, benötigt.

Hinweis: Die Leber ist als Funktionseinheit eng mit der Gallenblase verbunden. Die Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase gespeichert und bei Bedarf in den Darm abgegeben.


Abbau- und Entgiftungsfunktion – die körpereigene Abfallentsorgung
Abbau- und Entgiftungsfunktion – die körpereigene Abfallentsorgung

Die Leber ist dafür verantwortlich Schadstoffe aus dem Körper zu entfernen. Entweder werden sie wasserlöslich gemacht und über den Urin ausgeschieden oder über den Stuhl abtransportiert.

Welche Stoffe werden von der Leber herausgefiltert bzw. abgebaut?

  • Alkohol
  • Nikotin
  • Medikamente, z. B. Schmerzmittel
  • Umweltgifte, z. B. Pestizide
  • Ammoniak entsteht im Körper durch den Eiweißabbau. Dieser wird in der Leber zu Harnstoff neutralisiert und ausgeschieden.
  • Körpereigene Substanzen:
    • Abbau von Hormonen, wie Östrogene oder Schilddrüsenhormone
    • Überalterte oder defekte Körperzellen z. B. rote Blutkörperchen

Speicherfunktion
Speicherfunktion

Die Leber speichert überschüssige Fette und Zucker, um bei erhöhtem Energiebedarf auf diese Reserven zugreifen zu können. Werden jedoch über einen längeren Zeitraum mehr Fette und Zucker aufgenommen als verbraucht werden, so kommt es zu einer Fettleber.

Was ist eine Fettleber?
Es handelt sich um die häufigste chronische Lebererkrankung. Dabei wird zu viel Fett in der Leber eingelagert und schließlich kommt es zur Funktionseinschränkung bis hin zum Funktionsverlust.

Außerdem werden fettlösliche Vitamine (A,D, E, K), sowie Vitamin B12, Folsäure, Eisen, Zink oder Kupfer in der Leber gespeichert.


Synthese von Botenstoffen
Synthese von Botenstoffen

  • Aktivierung von Vitamin-D im Körper
    Die Vorstufe von Vitamin-D wird an und für sich mit Hilfe der Sonneneinstrahlung aus einem Cholesterinabkömmling gebildet. Dabei handelt es sich jedoch noch um einen unwirksamen Vorläuferstoff. Dieser wird durch weitere Veränderungen in der Leber und der Niere in seine wirksame Form übergeführt.
  • Vor allem in der Leber wird das biologisch aktive Schilddrüsenhormon gebildet.

Immunsystem
Teil des körpereigenen Immunsystems

Was viele nicht wissen: Die Leber beeinflusst auch das körpereigene Immunsystem und ist für die Produktion von Entzündungsmarkern (Blutwerte, die Aufschluss über mögliche Entzündungen geben) zuständig


Welche Symptome bemerkt man bei Leberbeschwerden?

Eine gesunde Leber ist der Schlüssel für einen gesunden Körper. Es ist jedoch unbestritten, dass Lebererkrankungen in unserer Gesellschaft deutlich zunehmen. Gemäß der deutschen Leberstiftung gibt es allein in Deutschland mindestens 5 Millionen leberkranke Menschen. Anders als viele denken ist es nämlich nicht nur der Alkohol, sondern auch ein Zuviel an süßem und fettem Essen, eine regelmäßige Medikamenteneinnahme oder sogar ein Überschuss an Fruktose, die unserem Entgiftungsorgan schaden können. Das alles mündet wiederum in Typ-2-Diabetes oder erhöhten Cholesterinwerten, die wiederum Risikofaktoren für eine Fettleber sind.

Besonders tückisch: Eine Leberschädigung wird häufig erst sehr spät erkannt. Dies liegt vor allem daran, dass sich zu Beginn meist noch keine Beschwerden bemerkbar machen.

Warum ist das so?
Die Leber ist zwar gut durchblutet, aber im Inneren des Organs befinden sich keine schmerzleitenden Nervenfasern. Aus diesem Grund werden bei einer beginnenden Schädigung der Leber keine Schmerzen wahrgenommen. Erst bei fortschreitenden Problemen, die mit einer Lebervergrößerung einhergehen, entstehen leichte Schmerzen, gleichzeitig aber auch bereits ein Funktionsverlust.


Wichtig zu wissen:
Anders als bei Herz oder Niere kann die Funktion der Leber nicht durch technische Geräte aufrechterhalten werden.


Im Frühstadium einer Leberschädigung treten nur sehr unspezifische Symptome auf. Dazu zählen:

Müdigkeit und Leistungsabfall Müdigkeit und Leistungsabfall

Appetitlosigkeit Appetitlosigkeit

Verdauungsprobleme Völlegefühl, Blähungen und andere Verdauungsprobleme


Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen kann man deutlichere Beschwerden feststellen:

Druckgefühl und leichte Schmerzen im rechten Oberbauch Druckgefühl und leichte Schmerzen im rechten Oberbauch

Gelbfärbung der Haut und Augen Gelbfärbung der Haut und Augen

Juckreiz, sowie Hautveränderungen (Adern werden sternförmig sichtbar)

Lehmfarbener Stuhl, brauner Urin Lehmfarbener Stuhl, brauner Urin

Verminderung der Körperbehaarung Verminderung der Körperbehaarung (besonders bei Männern)


Wie werden Leberbeschwerden festgestellt?

Da Lebererkrankungen aufgrund der Schmerzunempfindlichkeit häufig lange unentdeckt bleiben, empfiehlt es sich jährlich eine Vorsorgeuntersuchung zu machen. Im Zuge dessen werden unter anderen die Leberwerte im Blut bestimmt. Wenn eine Leberschädigung vorliegt, setzt sie vermehrt Enzyme frei, welche man im Blut feststellen kann.

Durch die Blutwerte kann eine Lebererkrankung meist noch nicht vollständig festgestellt werden. Weitere Möglichkeiten zur Diagnosestellung sind:

  • Ultraschalluntersuchung
  • Computertomographie
  • Röntgenkontrastuntersuchung
  • Entnahme einer Gewebeprobe

Tipp: Auch wenn die Leber keine Beschwerden verursacht, kann eine regelmäßige Entgiftungskur durchaus sinnvoll sein. Besonders wenn man zu Feiertagen oder im Urlaub üppig gegessen und/oder das regelmäßig alkoholische Getränke konsumiert hat, bietet sich anschließend eine Detox-Kur an. Dadurch wird die Stoffwechselarbeit der Leber wieder verbessert.


Wie kann man die Leber unterstützen?

Die Leber hat im Vergleich zu anderen Organen eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstheilung. Bei einer leichten Schädigung bildet sich wieder ein funktionsfähiges Gewebe, vorausgesetzt die schädigende Ursache wurde behoben. Im Regelfall geschieht dies bei entsprechender Therapie bzw. bei der Änderung des Lebensstils (Tipps dazu finden Sie im Anschluss) schon binnen weniger Wochen. Diese gute Regenerationsfähigkeit wird vor allen Dingen bei Lebertransplantationen ausgenutzt.

Um unser wichtigstes Entgiftungsorgan gezielt zu unterstützen haben sich folgende Maßnahmen bewährt:


Gesunde Ernährung
Gesunde Ernährung

In erster Linie ist natürlich eine gesunde Ernährung eine Wohltat für die Leber, die dadurch weniger Schadstoffe verarbeiten muss. Gerade die mediterrane Ernährung eignet sich besonders bei Leberbeschwerden. Tipps dazu finden Sie im Kapitel – Tipps für die Lebergesundheit.

Hinweis: Große Mengen an Zucker führen nicht nur zur Gewichtszunahme, sondern auch zu einer vermehrten Fetteinlagerung in der Leber.
Besonders große Mengen an Zucker sind in Smoothies (in Form von Fruktose) oder anderen gesüßten Getränken (Soft Drinks) enthalten.

Tipp: Auf fettreiche und süße Snacks zwischendurch sollte gänzlich verzichtet werden.


Übergewicht reduzieren
Übergewicht reduzieren

Die tägliche Kalorienaufnahme sollte an den tatsächlichen Energiebedarf angepasst werden. Richtwerte für die Energiezufuhr (Kalorien/Tag) finden Sie hier:

Täglicher Kalorienbedarf Erwachsener

Hinweis: Eine Gewichtsreduktion von etwa 10 % des Körpergewichtes führt bereits zu einer Abnahme des Leberfettgehalts um bis zu 80 %.


Alkohol vermeiden
Alkohol vermeiden

Im Zuge einer Entgiftungskur oder bei bereits bestehenden Leberproblemen sollte kein Alkohol getrunken werden, da dies die ohnehin schon geschwächte Leber noch weiter beeinträchtigen kann.


Kein Rauchen
Kein Rauchen

Das in Zigaretten und anderen Tabakprodukten enthaltene Zellgift Nikotin schädigt die Leber.


Bewegungsintensität steigern
Bewegungsintensität steigern

Bereits moderate körperliche Bewegung führt zu einem verminderten Risiko für Lebererkrankungen.
Wenn Sportarten wie Schwimmen oder Tennis regelmäßig, für ca. 1-2 Stunden pro Woche, durchgeführt werden vermindert sich das Risiko bereits um 47 %.

Hinweis: Körperliche Aktivität führt auch ohne Gewichtsreduktion zu einer Besserung der Fettleber.


Interessant für Sie

Etwa 2-3 Tassen Kaffee am Tag zeigen einen leberschützenden Effekt. Der Koffeingehalt spielt dabei scheinbar keine Rolle denn ein Nutzen wurde auch bei koffeinfreiem Kaffee beobachtet.


Aus schulmedizinischer Sicht gibt es „das eine Lebertherapeutikum“ nicht!

In der Behandlung versucht man in der ersten Instanz Risikofaktoren wie beispielsweise Typ-2-Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen.

Ein pflanzliches Lebertherapeutikum – die Mariendistel – zeigt jedoch über verschiedene Studien hinweg eine gute Wirkung für die Leber. Genauere Informationen dazu finden Sie im folgenden Kapitel.


Mariendistel als pflanzliche Therapiemöglichkeit bei Leberbeschwerden

Um die Leber wieder zu entlasten, kommt an dieser Stelle die Heilpflanze Mariendistel ins Spiel. Die Mariendistel (lat. Silybum marianum) ist im Mittelmeerraum beheimatet und gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae). Als Hinweis auf ihr medizinisches Anwendungsgebiet ist sie auch unter dem Synonym „Leber- oder Gallendistel“ bekannt. Der medizinisch wertvolle Wirkstoffkomplex befindet sich in den Schalen der Früchte und wird als „Silymarin“ bezeichnet.

Die Mariendistel blickt bereits auf eine lange Tradition zurück. Sie wurde schon im Altertum bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt und wird seit dem 18 Jahrhundert laut Überlieferungen bei Leberbeschwerden verwendet. Dieses Indikationsgebiet ist bis heute erhalten geblieben und mittlerweile durch zahlreiche Studien sehr gut belegt.

Mariendistel als pflanzliche Therapiemöglichkeit bei Leberbeschwerden


Wie wirkt die Mariendistel?

Der wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffkomplex, das so genannte Silymarin, hat leberschützende Eigenschaften. Sein Wirkmechanismus beruht auf unterschiedlichen Angriffspunkten:

Mariendistel Wirkung auf die Leber


Stabilisierung der Leberzellmembran
Stabilisierung der Leberzellmembran – Silymarin blockiert die die Aufnahme von Schadstoffen in die Leberzellen, sie können so keine Probleme mehr verursachen.

Antioxidative, zellschützende Wirkung
Antioxidative, zellschützende Wirkung – Freie Radikale werden abgefangen und die Zellmembran der Leber dadurch vor Schädigung geschützt.

Verbesserung der Proteinbildung in der Leber
Verbesserung der Proteinbildung in der Leber – Es kommt zu einer verbesserten Zellregeneration und die Leberwerte normalisieren sich.

Verminderung der Bindegewebsbildung
Verminderung der Bindegewebsbildung – Bei einer geschädigten Leber werden Leberzellen durch Bindegewebe ersetzt und es kommt zum Funktionsverlust. Die Wirkstoffe der Mariendistel wirken einer überschießenden Vermehrung von Bindegewebe entgegen.

Entzündungshemmende Wirkung
Entzündungshemmende Wirkung – Entzündungsreaktionen werden durch das Silymarin blockiert


Wussten Sie, dass Silibinin – ein Wirkstoff der Mariendistel – als Gegenmittel bei einer Knollenblätterpilzvergiftung eingesetzt wird?

 

Anwendertipp:

Die Wirkstoffe aus der Mariendistel sind fettlöslich, daher reicht ein Mariendisteltee (gelöst in Wasser) nicht aus, um einen leberschützenden Effekt zu erzielen. Achten Sie daher auf die Anwendung von zugelassenen Arzneimitteln. Diese gewährleisten den entsprechenden Wirkstoffgehalt. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten.

Hinweis: Die Mariendistel gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Bei einer bestehenden Allergie darf sie nicht angewendet werden.

Interessant zu wissen: Aktuell ist die Mariendistel die einzige wissenschaftlich anerkannte Heilpflanze für die Leber. Dass – wie manchmal behauptet – etwa Darmbakterien etwas mit der Leber zu tun haben, ist wissenschaftlich nicht bestätigt.

Weitere Informationen zur Mariendistel finden Sie unter diesem Link.


Wofür wird die Mariendistel eingesetzt?

Die Mariendistel wird bei Leberfunktionsstörungen wie

  • toxischen Leberschäden, ausgelöst durch Alkohol, Medikamente oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes,
  • unterstützend bei chronischen entzündlichen Lebererkrankungen
  • oder auch allgemein zum Entgiften des Körpers, z. B. im Rahmen einer Kur eingesetzt.

Die Mariendistel wird bei Leberfunktionsstörungen eingesetzt


Mariendistel und Fettleber

Die Fettleber (medizinische Bezeichnung: Steatosis hepatis) ist eine Zivilisationserkrankung, die vorwiegend in industrialisierten Ländern auftritt. Durch Bewegungsmangel, eine ungesunde Ernährung oder regelmäßigen Konsum von Alkohol kommt es zu einer krankhaften Anreicherung von Fettgewebe.

Je nach Ausmaß der Fettablagerung entsteht dadurch eine Funktionseinschränkung. Das bedeutet, die Leber kann ihre vielfältigen, wichtigen Funktionen (z. B. Entgiftung des Körpers) nicht mehr ausreichend übernehmen. Wenn eine Fettleber unbemerkt und somit unbehandelt bleibt, kann dies zu einer Leberentzündung voranschreiten und im schlimmsten Fall sogar in einer Zirrhose münden.


Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)

Die Nicht-alkoholische-Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung und liegt etwa bei 20-30 % der Gesamtbevölkerung. Sie lässt sich im Wesentlichen auf den persönlichen Lebensstil zurückführen. Dabei kommt es zu Fetteinlagerungen und Entzündungsprozessen in der Leber, die mit einer Funktionseinschränkung einher gehen.

Folgende Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer Fettleber:

Ungesunde Ernährung
Ungesunde Ernährung
Primär gilt eine erhöhte Kalorienzufuhr als Risikofaktor für eine Nicht-alkoholische-Fettleber. Denn sowohl Kohlenhydrate als auch Proteine und Fette werden bei einer übermäßigen Zufuhr in den Leberzellen eingelagert.
Besonders die „westliche Ernährungsweise“ trägt in hohem Maße dazu bei. Diese wird von

  • Fast Food,
  • stark verarbeiteten Lebensmitteln,
  • hohem Fleisch- und Süßigkeiten Konsum dominiert.

Im Gegensatz dazu wird Obst und Gemüse selten konsumiert.
Das Pendant zur westlichen Ernährungsweise ist die mediterrane Ernährung. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel: Tipps für die Lebergesundheit.

Hinweis: Ein hoher Fruktosekonsum gilt als Risikofaktor für die Entstehung einer Fettleber. Große Mengen findet man beispielsweise in Fertiggerichten oder Smoothies.


Übergewicht bzw. ein hoher BMI (Body Mass Index)
Übergewicht bzw. ein hoher BMI
(Body Mass Index) wird mit einem erhöhten Fettleberrisiko in Verbindung gebracht.

Wie kann ich meinen BMI berechnen?
Der BMI beschreibt das Körpergewicht im Verhältnis zu Körpergröße.

BMI (Body Mass Index) berechnen


Bewegungsmangel
Bewegungsmangel

Zu wenig Bewegung mündet meist in einer zu hohen Energiezufuhr über die Ernährung. Überschüssige Kohlenhydrate werden als Fett in der Leber gespeichert. Die Leber kann dann ihre Funktion nicht mehr ausreichend übernehmen.


Typ-2-Diabetes
Typ-2-Diabetes

Es kommt zu einer Insulinresistenz. Das bedeutet die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin. Dadurch steigen die Glukosewerte im Blut an und es kommt zu einer Störung des Zuckerstoffwechsels.


Höheres Alter
Höheres Alter

Die Fettleber ist bei den > 60-Jährigen am weitesten verbreitet. Dies ist meist multifaktoriell bedingt. So nimmt in der Regel die Bewegungsintensität ab, wohingegen der BMI (Body Mass Index) steigt. Auch andere Vorerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder erhöhte Cholesterinspiegel erhöhen das Risiko für eine Fettleber.


Männer sind häufiger betroffen
Männer sind häufiger betroffen


Genetische Komponente
Genetische Komponente

Das bedeutet eine Fettleber kann so zu sagen „in die Wiege“ gelegt sein. Diese Personen sind dann wesentlich jünger und sie kann unabhängig von anderen Faktoren auftreten.


Die Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber bedarf im Wesentlichen einer Ernährungsumstellung und einer Änderung des Lebensstils. Außerdem müssen Vorerkrankungen, die das Risiko einer Fettleber erhöhen können, wie z. B. Typ-2-Diabetes ausreichend eingestellt sein. Ansonsten gibt es aus schulmedizinischer Sicht keinen Wirkstoff der ausschließlich zur Therapie der nicht-alkoholischen Fettleber eingesetzt wird.


Einsatz von Mariendistel bei bestehender Fettleber:

Die Natur hat jedoch bei einer bestehenden Nicht-alkoholischen-Fettleber (NAFLD) einiges zu bieten. Studiendaten zeigen, dass sich bei Patienten mit NAFLD durch den Einsatz von Mariendistel die Leberwerte verbessern. Durch die Einnahme konnte ein Voranschreiten der Erkrankung reduziert werden, die Symptome haben sich verbessert und die Lebensqualität wurde insgesamt gesteigert.

Einsatz von Mariendistel bei bestehender Fettleber


Alkoholische Fettleber (AFL)

Die Leber ist das einzige Organ, das Alkohol abbauen kann. Durch übermäßigen Alkoholkonsum kommt es hier aber zu Zellschäden und Fetteinlagerungen. Eine genaue Abgrenzung der Nicht-alkoholischen-Fettleber (NAFLD) und der alkoholischen Form (AFL) ist meist schwierig. Die alkoholische Fettleber kommt allerdings deutlich seltener vor als eine nicht-alkoholische Fettleber.

Ab welcher Menge Alkohol kann eine AFL ausgelöst werden?
Der Schwellenwert ist hier individuell sehr unterschiedlich. Bei regelmäßigem Konsum nimmt man im Durchschnitt einen Grenzwert von 10 g Alkohol für Frauen und 20 g für Männer pro Tag an.

10 g Alkohol entsprechen etwa ¼ Liter Bier oder 1/8 Liter Wein.

 

Behandlung einer Alkohol-bedingten Fettleber:
Bei einer alkoholischen Fettleber muss zwingend eine Alkoholkarenz eingehalten werden. Leichte Leberschäden bilden sich dadurch vollständig zurück.


Mariendistel als Unterstützung der Entgiftungsfunktion – „Detox“ für die Leber

Die Leber hat viele Feinde, wie etwa Schadstoffe oder auch Nährstoffe, wenn sie im Überschuss zugeführt werden. Genau damit muss sie sich aber tagtäglich beschäftigen. So sorgt sie dafür, dass unser Körper „sauber“ gehalten wird und wichtige Funktionen ungestört ablaufen können.

Verschiedene Schadstoffe sind dazu in der Lage die Leber zu belasten:

  • Alkohol
  • Nikotin
  • Chemikalien, wie etwa Lösungsmittel, Farben, Lacke oder auch spezielle Reinigungsmittel.
  • Gift- oder Schimmelpilze
  • Medikamente
    Auch Medikamente haben grundsätzlich das Potential bei dauerhafter Einnahme die Leber zu belasten. Dazu zählen etwa Schmerzmittel oder auch Wirkstoffe, die zur Behandlung einer Pilzinfektion eingesetzt werden.

Hinweis: Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Dosierung und Therapiedauer ist eine negative Auswirkung auf die Leber unwahrscheinlich. Selbstständige Überdosierungen können daher gefährlich werden.


Die Mariendistel kann als Entgiftungskur für die Leber eingesetzt werden.

Aufgrund der vielfältigen Wirkmechanismen der Mariendistel bringt sie viele Vorteile, wenn man, wie zum Beispiel in der Weihnachtszeit, mal hin und wieder über die Stränge geschlagen hat.

Besonders im Frühjahr eignet sich die Mariendistel daher zur kurmäßigen Einnahme. Gerade in Kombination mit einer auch anderweitig gesunden Lebensweise wird der Körper ideal unterstützt. Dadurch, dass sich die Leberfunktion verbessert, wird auch die Stoffwechselleistung positiv beeinflusst. Die Leber kann dann ihre Arbeit wieder ungestört erfüllen.

Die Mariendistel kann als Entgiftungskur für die Leber eingesetzt werden


Tipp:

Im Zuge der jährlichen Fastenkur im Frühjahr ist es sinnvoll zusätzlich Mariendistel einzunehmen, um die Leberfunktion zu verbessern.


Kann die Mariendistel auch beim Abnehmen vorteilhaft sein?

 

Die Mariendistel zeigt zwar keine Eigenschaften, die per se zu einer Gewichtsreduktion führen, eine gute Stoffwechselleistung ist jedoch die wesentliche Voraussetzung, um zugeführte Nährstoffe zu verarbeiten. Daher kann neben einer Lebensstil- und Ernährungsumstellung auch die Einnahme von Mariendistel von Vorteil sein. Hinzu kommt, dass bei einer Diät vermehrt Schadstoffe freigesetzt werden, bei deren Verarbeitung die Leber jede Hilfe gebrauchen kann.

Kann die Mariendistel auch beim Abnehmen vorteilhaft sein?


Arzneipflanze des Jahres 2021

 

Die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) – bestehend aus ExpertInnen der pharmazeutischen Institute der Universitäten Graz, Innsbruck und Wien – kürt jährlich nach strengen Auswahlkriterien die Arzneipflanze des Jahres in Österreich. Für 2021 fiel die Wahl auf die Mariendistel (Silybum marianum).

Die Fachjury entschied sich für die Mariendistel, weil zahlreiche Studien in den letzten 40 Jahren die leberschützenden Effekte des Wirkstoffkomplexes Silymarin wissenschaftlich bestätigt haben.

Mariendistel - Arzneipflanze des Jahres 2021


Tipps für die Lebergesundheit

Mediterraner Ernährungsstil

Mediterraner Ernährungsstil


Die mediterrane Ernährung gilt als Gegenstück der „westlichen Ernährungsweise“. Diese besteht zu einem großen Anteil an Fast Food, Fleisch und Süßigkeiten.

Charakteristisch für die mediterrane Ernährung ist ein häufiger Verzehr von Obst und Gemüse, kombiniert mit guten Fetten aus Olivenöl. Zusätzlich wird Fisch regelmäßig in den Speiseplan eingebaut. Auch auf eine frische Zubereitung der Speisen wird viel Wert gelegt.


Besonders hervorzuheben ist die hohe Aufnahme an Omega-3-Fettsäuren im Zuge der mediterranen Ernährung Die wichtigsten dieser Fettsäuren nennt man EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Diese wirken sich bei entsprechender Aufnahmemenge positiv auf das Herz- und Kreislaufsystem, die Blutfettwerte (Triglyceride) sowie den Blutdruck aus.


Tipp: Eine hohe Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) kann die Blutfettwerte positiv beeinflussen.


Sekundäre Pflanzenstoffe, wie etwa Olivenpolyphenole, haben antioxidative also zellschützende Eigenschaften. Diese sind dazu in der Lage freie Radikale in unserem Körper zu binden, eine mögliche Zellschädigung wird so verhindert.


Eine weitere Pflanze, die häufig in der mediterranen Küche vorkommt, ist die Artischocke. Durch eine erhöhte Gallensaftproduktion wird die Fettverdauung positiv beeinflusst. Besonders nach fettreichen Mahlzeiten bessern sich dank der Artischocke Blähungen sowie Völlegefühl.
Außerdem wird die Ausscheidung von Cholesterin angeregt.


Auch Knoblauch gilt als bedeutender Bestandteil der mediterranen Ernährungsweise. Durch die Inhaltsstoffe wird die Durchblutung verbessert und der Blutdruck positiv beeinflusst. Außerdem zeigt der Knoblauch cholesterinsenkende Eigenschaften.


Eine mediterrane Ernährungsweise wirkt sich neben der Leber auch positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus.


Smoothies sind nicht so gesund wie man denkt

Smoothies haben sich in den vergangenen Jahren zu einem richtigen Trend entwickelt. Grundsätzlich gibt es dagegen auch keinen Einwand. Da man aber durch einen Smoothie sehr große Mengen an Fruktose aufnimmt, sollte man jedoch eher sparsam damit umgehen.

Tipp: Besser ist es die jeweilige Frucht in seiner natürlichen Form zu sich zu nehmen! In diesem Fall wird nicht die gesamte Menge an Fruktose sofort freigesetzt und der Körper (vor allem die Leber) nicht überlastet.


Leber-Galle-Tee

Um der Leber etwas Gutes zu tun kann auch ab und an ein Tee getrunken werden. Die folgende Teemischung enthält sehr viele Bitterstoffe und hat vorwiegend den Effekt, dass die Gallensaftproduktion angeregt wird.

Rezeptur:

Schafgarbenkraut 20 g
Löwenzahnwurzel 30 g
Wermutkraut 10 g
Pfefferminzblätter 40 g

 

Zubereitung:

Ein Esslöffel der Teezubereitung wird mit siedendem Wasser übergossen und 5-10 Minuten ziehen gelassen. Anschließend Tee abseihen und genießen!


Zufuhr von Vitamin D

Da die Leber für den Aufbau der bioaktiven Form von Vitamin D mitverantwortlich ist macht eine zusätzliche Zufuhr Sinn. Die tägliche Aufnahmeempfehlung liegt hier bei 800 I.E. (20 µg) Vitamin D3.


Ausdauertraining in den Alltag einbauen

Besonders gut eignen sich schonende Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren. Ein zusätzliches Krafttraining ist für den Muskelaufbau sinnvoll. Im Idealfall lässt man sich hier von einem Sportmediziner dazu beraten.

Wichtig: Man sollte unbedingt eine Sportart wählen, die zu einem passt und vor allem soll es Spaß machen. Dies steigert die Motivation und das Durchhaltevermögen.

Jeder Schritt ist wertvoll! Kurze Wege können zu Fuß statt mit dem Auto zurückgelegt werden oder man benutzt statt dem Aufzug die Stiege!




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