Wechseljahre – was hilft?

Die Wechseljahre – eine durch verschiedene Facetten geprägte Übergangsphase im Leben der Frau. Was genau in dieser Zeit passiert und was Sie dagegen unternehmen können, erfahren Sie im folgenden Artikel! Außerdem haben Sie die Möglichkeit einen Selbsttest durchzuführen.
Wechseljahre – was hilft?

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Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre, im Fachjargon auch als Klimakterium bezeichnet, werden per se nicht als Erkrankung eingestuft. Vielmehr handelt es sich um eine völlig natürliche Lebensphase, durch die früher oder später jede Frau einmal geht. Im Zuge dessen erfolgt eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper, in Folge nimmt die Fortpflanzungsfähigkeit ab, bis sie nach den Wechseljahren zum Erliegen kommt.

Die fruchtbare Phase einer Frau erstreckt sich zwischen der Pubertät (Menarche – erste Regelblutung) und der Menopause (letzte Regelblutung). In den durchlaufenen Menstruationszyklen gehen die bereits bei der Geburt angelegten Follikel (Eibläschen; beinhalten die Eizellen) zunehmend verloren. Diese laufende Abnahme an Follikeln hat etwa ab dem 45. Lebensjahr zur Folge, dass die weibliche Hormonproduktion (Östrogen und Progesteron) nicht mehr ausreichend erfüllt werden kann. Man bemerkt dann zunächst unregelmäßige bzw. veränderte Menstruationszyklen. Infolgedessen nimmt die Fruchtbarkeit weiter ab und kommt schließlich nach der Menopause vollständig zum Erliegen.

Was die Begleiterscheinungen (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen etc.) der Wechseljahre betrifft, erleben Frauen diese unterschiedlich stark – es gilt das „Drittel-Prinzip“. So bemerkt etwa ein Drittel kaum etwas vom Wechsel, ein weiteres Drittel hat deutlich wahrnehmbare und das letzte Drittel starke Beschwerden.

Welche Rolle spielen Östrogen und Progesteron in den Wechseljahren?

Östrogen ist während der fruchtbaren Phase für die Reifung der Follikel und schließlich für den Eisprung verantwortlich. Progesteron bereitet den Körper auf eine mögliche Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter vor und ist für den positiven Verlauf einer Schwangerschaft mitverantwortlich.

Zusätzliche Informationen zum weiblichen Zyklus finden Sie in unserem PMS Ratgeber.

In den Wechseljahren nimmt die Östrogen- und Progesteron-Produktion der Eierstöcke kontinuierlich ab, was zu veränderten Menstruationszyklen führt. Zu Beginn ist es üblich, dass sich die Zyklen um einige Tage verkürzen. Im fortgeschritteneren Stadium kommt es zu Unregelmäßigkeiten und deutlich verlängerten Zyklen, die im Bereich von 60 oder auch 90 Tagen liegen können, ehe die Regelblutung vollständig ausbleibt.

Die unterschiedlichen Phasen der Wechseljahre

Die unterschiedlichen Phasen der Wechseljahre

  • Prämenopause
    Dieser Begriff bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch die Übergangsphase in die Wechseljahre, in der kaum merkbare bzw. nur leichte Veränderungen auftreten und kann folglich sogar auf den gesamten Zeitraum vor der letzten Regelblutung (Postmenopause) angewendet werden. Die Zyklen sind in dieser Phase noch regelmäßig, wobei sich die durchschnittliche Zykluslänge verkürzen kann.

 

Viele Frauen sind sich nicht bewusst, dass die Wechseljahre bereits eingesetzt haben könnten. Zusätzlich sind sie hormonellen Therapien gegenüber kritisch eingestellt und sprechen das Thema daher nicht von sich aus an. Etwa ab dem 40. Lebensjahr sollte man genau auf seinen Körper achten. Bei Hinweisen auf die Wechseljahre ist es sinnvoll, sich frühzeitig an den Arzt bzw. Apotheker zu wenden, um den lästigen Begleiterscheinungen frühestmöglich entgegenzusteuern.

  • Perimenopause
    Dieser Abschnitt umfasst den Zeitraum vor sowie ein Jahr nach der letzten Regelblutung. In dieser Phase geht die Hormonproduktion (Östrogen und Progesteron) immer weiter zurück. Der Körper muss sich erst an die neuen Bedingungen anpassen und man bemerkt typische Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Der weibliche Zyklus wird zunehmend unregelmäßiger und die Intervalle werden länger. In der späten Phase der Perimenopause können die Blutungen bis zu 90 Tage auseinander liegen.
  • Menopause
    Dieser Begriff bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Genau lässt sich dieser nur rückblickend feststellen, wenn mindestens 12 Monate keine Monatsblutung mehr erfolgt ist. Die fruchtbare Phase im Leben der Frau ist damit abgeschlossen und in den Eierstöcken werden keine Hormone mehr produziert.

Hinweis: Bis zur Menopause besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Daher sollte bis zu einem Jahr nach der letzten Regelblutung nicht auf eine Verhütungsmethode verzichtet werden.

  • Postmenopause
    Mit der Menopause beginnt die Postmenopause. Diese wird in die frühe Phase (Dauer etwa 3-5 Jahre) und in die späten postmenopausalen Jahre unterteilt. In der frühen Phase bleiben die typischen klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche meist noch erhalten. Im Laufe der Zeit passt sich der Körper dann aber immer besser an die hormonelle Umstellung an und die Symptome lassen immer mehr nach. Danach tritt die Frau in die späten postmenopausalen Jahre über. Ab diesem Zeitpunkt beschränken sich die Wechsel-Beschwerden in der Regel nur mehr auf den Urogenitaltrakt (z. B. vaginale Trockenheit) sowie auf das erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

Wechseljahre – welche Beschwerden?

Die Wechseljahre sind sehr komplex und umfassen eine Reihe von Beschwerden, die jede Frau unterschiedlich betreffen können. Die wichtigsten und mit Abstand am häufigsten auftretenden Symptome sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche.

Wechseljahre - Veränderung des Menstruationszyklus
Veränderung des Menstruationszyklus
Zyklusunregelmäßigkeiten sind der typische und auch unvermeidbare Begleiter im Wechsel. Sie entstehen durch die kontinuierliche Abnahme der weiblichen Sexualhormone. Je nach Phase der Wechseljahre kann sich der Zyklus verkürzen oder auch verlängern (siehe Kapitel: Die unterschiedlichen Phasen der Wechseljahre).

Vasomotorische Beschwerden

bezeichnen die Erweiterung der Gefäße, wodurch es zu vermehrtem Schwitzen bzw. Hitzewallungen kommt. Es handelt sich dabei um die häufigsten körperlichen Beschwerden in den Wechseljahren. Das „Gute“ an ihnen ist, dass sie nach der Menopause wieder vollständig verschwinden.

Wechseljahre - Hitzewallungen und Schweißausbrüche
Hitzewallungen und Schweißausbrüche

 

Bis zu 70 % aller Frauen sind im Wechsel von Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen betroffen und leiden mehr oder weniger an den dadurch entstehenden Einschränkungen. Durchschnittlich bleiben sie etwa 7,5 Jahre bestehen.

Die Anzahl, Dauer und Intensität der Hitzewallungen sind individuell sehr unterschiedlich. Betroffene Frauen berichten von wenigen Episoden in der Woche bis hin zu 20 Hitzewallungen pro Tag! Sie treten sehr plötzlich auf und dauern meist nur wenige Minuten an. Erschwerend kommt hinzu, dass das vorübergehende Hitzeempfinden auch unangenehme Schweißausbrüche auslöst – häufig auch nachts und mitunter so stark, dass Bettwäsche und Schlafanzug gewechselt werden müssen.

Wechseljahre - Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Wie entstehen Hitzewallungen?
Hitzewallungen werden durch eine gestörte „Thermoregulation“ ausgelöst. In unserem Gehirn gibt es ein Kontrollzentrum, das für die Regulierung unserer Körpertemperatur verantwortlich ist. Bei Abweichungen von der vorgegebenen Soll-Temperatur beginnt man unter Wärmeeinwirkung zu Schwitzen (der Schweiß dient als kühlender Film auf der Haut) oder bei Kälte zu Zittern (dadurch entsteht Wärme). Während den Wechseljahren reagiert der Körper nun aber besonders schnell auf Temperaturschwankungen, was zur Folge hat, dass man schon in alltäglichen Situationen wie beispielsweise in der Nacht unter der Bettdecke zu schwitzen beginnt.

Wann ordnet man Hitzewallungen den Wechseljahren zu?
Zu Beginn der Wechseljahre bemerkt man die Hitzewallungen vorwiegend nachts. Erst in der späteren Phase (Perimenopause) treten Hitzewallungen auch tagsüber vermehrt auf. Eine eindeutige Beurteilung ist jedoch meist nur durch eine Hormonuntersuchung möglich.

TIPP: Häufige Hitzewallungen in der Nacht erschweren das Durchschlafen und man fühlt sich morgens völlig erschöpft. Mit hormonfreien, pflanzlichen Mitteln wie Isoflavonen aus Soja und Rotklee oder der Traubensilberkerze kann hier gegengesteuert werden.

Wechseljahre - Herzrasen
Herzrasen

ist meist die Folge der gestörten Thermoregulation und tritt häufig in Verbindung mit Hitzewallungen auf. Zudem sind Schwindelzustände in diesem Zusammenhang keine Seltenheit.

Psychische Beschwerden

Inwieweit die psychische Komponente mit der hormonellen Umstellung zusammenhängt, ist derzeit noch nicht vollständig geklärt. Tatsache ist jedoch, dass die weiblichen Sexualhormone einen Einfluss auf das zentrale Nervensystem haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Lebensphase der Wechseljahre zusätzlich meist durch Mehrfachbelastungen sowie persönliche Veränderung gekennzeichnet ist. Auch dies kann der Grund für eine überschießende seelische Belastung sein.

Wechseljahre - Stimmungsschwankungen
Stimmungsschwankungen
Depressive Phasen haben einen komplexen Hintergrund. Durch das Zusammenwirken mehrerer negativer Einflussfaktoren ist man in den Wechseljahren jedoch häufig leichter reizbar und nervöse Unruhezustände können vermehrt auftreten.

TIPP: Für leichte Phasen von Antriebslosigkeit und erhöhter Reizbarkeit eignet sich der Einsatz von Johanniskraut. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, klicken Sie in unseren Ratgeber Depression – Formen, Symptome, Ursachen und was man dagegen tun kann.

Wechseljahre - Angstzustände
Angstzustände
Durch den schnellen Rückgang von Progesteron in der Perimenopause wird ein Zusammenhang mit vermehrten Angstzuständen in den Wechseljahren vermutet. Bei Interesse finden Sie weitere Informationen in unserem Ratgeber zum Thema Angst und Stress.

Wechseljahre - Schlafstörungen
Schlafstörungen
Schlafstörungen treten ab den Wechseljahren ebenfalls vermehrt auf. Die hauptsächlichen Gründe sind folgende:

  • Der Schlafbotenstoff Melatonin, der vom Körper selbst gebildet wird. Die Produktion nimmt mit zunehmendem Alter ab, wodurch das Einschlafen erschwert wird. Man vermutet außerdem, dass der Östrogenmangel in den Wechseljahren einen Einfluss auf die Botenstoffe Serotonin und somit auch Melatonin in unserem Körper hat. Weitere Informationen zum Thema Schlaf finden Sie in unserem Ratgeber Schlafprobleme pflanzlich behandeln.
  • Auch andere Begleiterscheinungen der Wechseljahre wie nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche stören einen erholsamen Schlaf.

Folgende Beschwerden dauern auch in den späten postmenopausalen Jahren an bzw. entwickeln sich durch den Östrogenmangel erst über die Jahre hinweg:

Wechseljahre - Konzentrationsprobleme
Konzentrationsprobleme
Konzentrationsschwierigkeiten treten im höheren Lebensalter generell häufiger auf. Durch den geringeren Östrogenspiegel im Körper wird die Gedächtnisleistung im Wechsel jedoch weiter beeinträchtigt.

Urogenitale Beschwerden

Wechseljahre - vaginale Trockenheit und Libidoverlust
Vaginale Trockenheit und Libidoverlust
Durch den Östrogenmangel wird die Vaginalschleimhaut in den Wechseljahren deutlich dünner und trockener. Das äußerst sich durch Juckreiz und Brennen im Intimbereich, sowie manchmal auch durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wechseljahre - Harninkontinenz und Harnwegsinfektionen
Harninkontinenz und Harnwegsinfektionen
Der niedrigere Östrogenspiegel macht sich auch an den Schleimhäuten der Blase bemerkbar. Sie werden ebenfalls dünner und trockener und damit anfälliger für bakterielle Infektionen. Infolgedessen entstehen häufiger Harnwegsinfektionen.

Frauen nach der Menopause sind auch besonders häufig von Blasenschwäche betroffen. Da das Blasengewebe von Östrogen beeinflusst wird, scheint der Östrogenmangel auch hier einen Einfluss zu haben. Folgende weitere Faktoren können ebenfalls die Ursache sein:

  • Die Beckenbodenmuskulatur, welche die Blase nach unten hin abstützt, bildet sich altersbedingt zurück und kann ihre Funktion nicht mehr ausreichend übernehmen.
  • Durch mehrere vaginale Geburten kann die Beckenbodenmuskulatur ebenfalls beeinträchtigt werden.
  • Auch Übergewicht stellt durch die verminderte Elastizität des Bindegewebes im Alter einen zusätzlichen Belastungsfaktor dar und gilt daher ebenfalls als Risikofaktor für eine Inkontinenz.

Exkurs: Beckenbodengymnastik - Die wichtigsten Übungen für die Beckenbodenmuskulatur

  • Beckenbodenlift
    Stellen Sie die Beine hüftbreit auseinander und lassen Sie den Oberkörper aufrecht. Spannen Sie nun die Beckenbodenmuskulatur an und ziehen Sie diese nach oben. Diese Position einen Moment halten und danach langsam wieder loslassen.

Beckenbodenlift als Übung für die Beckenbodenmuskulatur

  • Sesselmarsch
    Setzen Sie sich ans vordere Ende eines Stuhls und stellen Sie die Beine im rechten Winkel auf den Boden. Drücken Sie nun abwechselnd die Fersen gegen den Boden – der hintere Beckenboden wird dadurch angespannt.

Sesselmarsch als Übung für die Beckenbodenmuskulatur

  • Beckenbrücke
    Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie die Beine auf. Heben Sie das Becken vom Boden ab und ziehen Sie es nach oben. Der Beckenboden muss angespannt werden, solange das Becken angehoben ist.

Beckenbrücke als Übung für die Beckenbodenmuskulatur

Es empfiehlt sich, diese Übungen täglich für etwa 15 Minuten konsequent durchzuführen.

Weitere Übungen finden Sie in unserem Ratgeber Beckenbodentraining, sowie in unserem Ratgeber zum Thema Blasenschwäche.

Wechseljahre - Veränderung der Haut und Haare
Veränderungen der Haut und Haare
Die Haut wird im Alter durch die lebenslange Belastung von außen generell stark beansprucht und trockener. Das Altern der Haut wird durch den Abfall der Hormone in den Wechseljahren noch zusätzlich beschleunigt. So nimmt der Kollagengehalt nach der Menopause deutlich ab, die Haut wird dünner und ist weniger elastisch. Gleichzeitig geht auch die körpereigene Rückfettung der Haut, wie auch die Hyaluronsäure-Produktion zurück. Somit sinkt sowohl der Lipid- als auch der Feuchtigkeitsgehalt der Haut.

Exkurs: Pflege reifer und trockener Haut

Trockene Haut spannt, juckt und fühlt sich rau an. Menschen über 60 Jahren sind häufig davon betroffen. In erster Linie sollten der Haut verstärkt Lipide und Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff oder Hyaluronsäure zugeführt werden.

Tipps für die Pflege:

  • Die Haut sollte zwei Mal täglich mit lipidhaltigen Cremes gepflegt werden. Dafür eignen sich besonders Zusammensetzungen ohne Emulgatoren.
  • Nach Möglichkeit sollte man lieber duschen, als zu baden. Ein Vollbad wird bei trockener Haut nicht öfter als einmal pro Woche empfohlen. Außerdem sollte die Wassertemperatur nicht mehr als 36 °C betragen.
  • Der Kontakt mit Wasser sollte möglichst kurz ausfallen (nicht länger als 10-15 Minuten). Im Anschluss vorsichtig abtrocknen, um weitere Hautreizungen zu vermeiden.

Was die Haare betrifft, so entsteht durch den Rückgang der Östrogene ein Ungleichgewicht zugunsten von Testosteron. Häufig wird dadurch vermehrter Haarausfall nach der Menopause beobachtet.

Wechseljahre - Bewegungsapparat
Bewegungsapparat

  • Osteoporose
    Neben einer genetischen Veranlagung, Vitamin-D- und Calcium-Mangel sowie einer oralen Kortisontherapie gilt der Abfall des Östrogenspiegels in den Wechseljahren als Risikofaktor für eine Osteoporose. Durch die drastisch reduzierte Östrogenwirkung wird das körpereigene Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau Richtung Knochenabbau verschoben. Infolgedessen kommt es während der Postmenopause häufiger zu Knochenbrüchen.
    Hinweis: Unerklärbare anhaltende Rückenschmerzen im fortgeschrittenen Lebensalter können möglicherweise ein Anzeichen für eine Osteoporose sein.
    Tipp: Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt die Muskulatur und die Knochen!
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
    Ein direkter Zusammenhang zwischen den hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre und Muskel- bzw. Gelenkschmerzen kann nicht hergestellt werden. Da Probleme mit den Gelenken jedoch meist auf altersbedingten Abnutzungserscheinungen fußen, fällt der Beginn der Beschwerden somit meist zufällig in die Zeit der Wechseljahre.Tipp: Gelenkbausteine, wie Glucosamin, Chondroitin, Kollagen und Hyaluronsäure unterstützen den Erhalt der Knorpel- und Knochensubstanz.

Wechseljahre - kardiovaskuläre Erkrankungen
Kardiovaskuläre Erkrankungen
Vor der Menopause sind Frauen wesentlich seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen als Männer. Einige Jahre nach der Menopause gleichen sich diese Zahlen jedoch an. Östrogene haben eine schützende Wirkung auf die Gefäße und halten sie elastisch. Auch der Fettstoffwechsel wird durch die Östrogene positiv beeinflusst, das gute „HDL“ wird verstärkt gebildet und das schlechte „LDL“ abgebaut. Die beiden Transportproteine bringen Cholesterin im Körper von der Leber über die Blutbahn an seinen Bestimmungsort (LDL) und überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen wieder zurück zur Leber (HDL), damit es nicht zu einer „Gefäßverkalkung“ kommt. Demnach beobachtet man nach den Wechseljahren auch bei Frauen häufiger erhöhte Blutfettwerte. Hier finden sie weitere Informationen zum Thema Blutfettwerte.

Wichtig!

Sowohl die Ausprägung der Symptome, als auch ihre Intensität und deren Dauer unterliegen in den Wechseljahren sehr großen individuellen Unterschieden. Der Leidensdruck wird daher als unterschiedlich stark empfunden.

Hinweis: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu Symptomen, die sehr stark jenen der Wechseljahre ähneln können wie z. B. Schwitzen, Herzrasen und Nervosität. Bitte kontaktieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt.

Selbsttest: Bin ich bereits im Wechsel?

Selbsttest: Bin ich im Wechsel?
Wir haben für Sie einen kleinen Selbsttest vorbereitet, der Sie dabei unterstützen soll, herauszufinden, ob Sie sich bereits in den Wechseljahren befinden. Der Test dient rein als Orientierungshilfe, um besser einzuschätzen, ob bei Ihnen die Wechseljahre bereits eingesetzt haben könnten.

Bitte beachten Sie, dass dieser Test auf keinen Fall einen Besuch bei Ihrem Gynäkologen ersetzen kann. Bei schweren oder unklaren Symptomen suchen Sie bitte immer einen Arzt auf.

Wichtig: Die jährliche Vorsorgeuntersuchung bzw. eine Untersuchung bei bestehenden Beschwerden kann durch diesen Test nicht ersetzt werden.

Wechseljahre – welche Behandlungen gibt es?

Eine Behandlung der Wechseljahre-Symptome ist nicht in jedem Fall erforderlich, sondern erfolgt dann, wenn die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren das Leben und den Alltag der betroffenen Frauen zunehmend beeinträchtigt.

Da die Symptome individuell sehr unterschiedlich ausfallen, werden auch in der Therapie unterschiedliche Ansätze verfolgt:

 

Wechseljahre behandeln - unterschiedliche Therapieansätze

Menopausale Hormontherapie

Ob eine Hormontherapie erfolgt, entscheidet der Gynäkologe immer nach einer genauen Anamnese. Das ausführliche Gespräch mit der Betroffenen ist in diesem Fall besonders wichtig. Zusätzlich kann auch eine Bestimmung des Hormonspiegels durchgeführt werden.

Folgende Möglichkeiten sind in der Praxis verfügbar:

  • Eine lokale Hormonbehandlung im Bereich der Scheide erfolgt dann, wenn sich die Beschwerden vorwiegend auf die Schleimhäute beziehen. Hier werden niedrig dosierte Östrogenpräparate eingesetzt. Diese können zusätzlich auch mit anderen Befeuchtungsmitteln kombiniert werden.
  • Außerdem kann die Gabe von Hormonen auch über eine orale Einnahme erfolgen. Hier werden hauptsächlich Östrogen- und Gestagen-Kombinationen eingesetzt.
  • Auch eine Verabreichung der Hormone als Pflaster ist möglich, wodurch die Wirkstoffe so über die Haut in den Körper gelangen.

Eine Verordnung von Hormonpräparaten erfolgt meist nur bei erheblichen Beschwerden nach dem Prinzip: „So viel wie notwendig, so wenig wie nötig“. Außerdem müssen folgende Punkte eingehalten werden:

  • Regelmäßige Vorstellung beim Gynäkologen ist zwingend erforderlich. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit müssen laufend überprüft werden.
  • Die Dosierung und Anwendung sollen so niedrig und kurz wie möglich gewählt werden.
  • Bei bestehenden Herz-Kreislauferkrankungen oder hormonabhängigen Tumoren darf eine Hormontherapie nicht eingesetzt werden.

Andere Wirkstoffe, die in den Wechseljahren relevant sein können:

Über deren Einsatz entscheidet auch hier ausschließlich der behandelnde Arzt.

  • Stimmungsaufhellende Wirkstoffe bei depressiven Episoden (Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber Depression)
  • Schlafmittel (Für mehr Informationen zu diesem Thema, klicken Sie sich durch unseren Ratgeber Schlafprobleme)
  • Medikamentöse Therapie einer Osteoporose durch Bisphosphonate

Zusätzlich sind Calcium und Vitamin D wichtige Begleiter, um die Knochensubstanz bestmöglich zu erhalten. Kombiniert mit einer aktiven Lebensweise (moderater Sport bzw. viel Bewegung im Alltag) wird sowohl die Muskulatur gestärkt als auch der Knochenaufbau gefördert.

Nicht-hormonelle Behandlung in den Wechseljahren

Immer mehr Frauen – vor allem jene, die jahrelang hormonell verhütet haben – stehen heute einer Hormontherapie skeptisch gegenüber. Hier gibt es folgende Alternativen:

  • Phytotherapie

Als besonders schonend haben sich pflanzliche Therapiemöglichkeiten in den Wechseljahren herausgestellt. Natürliche Therapieansätze sind gut verträgliche Alternativen zu einer Hormonersatztherapie. Sie werden bei leichten bis mittelschweren Symptomen mit sehr gutem Erfolg eingesetzt.

Nennenswerte pflanzliche Therapiemöglichkeiten sind hier Isoflavone aus Soja und Rotklee, Traubensilberkerze und Salbei. Weitere Informationen zu diesen Pflanzen finden Sie im Kapitel Pflanzliche Therapieoptionen in den Wechseljahren.

  • Nicht-pharmakologische Maßnahmen

Psychotherapie – Dabei handelt es sich um die klassische Gesprächstherapie. Man hilft den Betroffenen die Auslöser ihrer Symptome zu erkennen und zu verstehen, um gegensteuern zu können. Dies ist einer der wichtigsten Bausteine in der Behandlung depressiver Episoden.

Kognitive Verhaltenstherapie – Hier werden gemeinsam mit einem Therapeuten Gedanken, Empfindungen oder Verhaltensweisen aufgedeckt, die in gewissen Situationen eine angemessene Reaktion verhindern. Diese Therapieform wird zur Aufarbeitung traumatischer Situationen genutzt und bietet eine Hilfestellung, um stressbetonte Lebensphasen besser zu meistern.

Pflanzliche Therapieoptionen in den Wechseljahren

Isoflavone aus Soja (Glycine max) und Rotklee (Trifolium pratense)

Soja und Rotklee sind reich an Isoflavonen, die eine Reihe an gesundheitsfördernden Effekten mit sich bringen. Darauf aufmerksam wurde man aufgrund epidemiologischer Daten aus dem asiatischen Raum, wo Soja und Sojaprodukte zur täglichen Ernährung gehören. Vergleichsweise wird in asiatischen Ländern, gegenüber der westlichen Population, eine wesentlich geringere Anzahl an Wechselbeschwerden festgestellt.

Isoflavone aus Salbei und Rotklee

Nach jahrzehntelanger eingehender Forschung konnte der Einfluss von Isoflavonen auf die Wechselbeschwerden durch wissenschaftliche Daten eindrucksvoll bestätigt werden.

Wirkmechanismus der Isoflavone:

Isoflavone ähneln in ihrem Aufbau den weiblichen Geschlechtshormonen. Sie setzen dort im Körper an, wo die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron ihre Wirkung entfalten, und können so in einem gewissen Rahmen das hormonelle Ungleichgewicht bzw. die dadurch hervorgerufenen Beschwerden ausgleichen – und das eben ohne, dass sie selbst Hormone sind.

Isoflavone können folglich dabei helfen, den Hormonhaushalt, der sich in den Wechseljahren umstellt, zu stabilisieren. Auch ein schützender Effekt auf das Brustgewebe ist mittlerweile in vielen Studien belegt (niedrigeres Brustkrebsrisiko).

Damit sich die Wirkung entfalten kann, ist es wichtig eine ausreichend hohe Dosis an Isoflavonen über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Entsprechende Produkte finden Sie in Ihrer Apotheke.

Wirkung von Isoflavonen wissenschaftlich bestätigt:

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Abhandlung, die 10 qualitativ hochwertige Studien beurteilte und zusammenfasste (Meta-Analyse) fand man heraus, dass Isoflavon-Mengen zwischen 40 und 100 mg Hitzewallungen deutlich reduzieren. Die Anwendungsdauer reichte von 3 bis 12 Monaten.

Pflanzliche Isoflavone reduzieren Hitzewallungen signifikant um durchschnittlich 44 %.

In einer weiteren Studie aus 2018 wurde auch eine Verbesserung der körperlichen und psychischen Symptome in den Wechseljahren festgestellt: 136 Frauen nahmen täglich entweder 100 mg Isoflavone oder ein wirkstofffreies Präparat (Placebo) ein. Nach 12 Wochen kam es bei unterschiedlichen Symptomen zu einer merklichen Verbesserung zugunsten der Isoflavone gegenüber Placebo.

Isoflavone verbessern körperliche und psychische Symptome

Isoflavone verbessern körperliche und psychische Symptome

100 mg Isoflavone verbessern nach 3 Monaten eine Vielzahl an Symptomen in den Wechseljahren.

Isoflavone auf den Punkt gebracht:

• Sichere und gut verträgliche Alternative in den Wechseljahren (Dosierung: bis 150 mg von der europäischen Lebensmittelbehörde bestätigt)
• Verbessern viele Beschwerden in den Wechseljahren, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Verstimmungen etc.
• Die Lebensqualität wird insgesamt verbessert.
• Die wichtigsten ärztlichen Empfehlungsleitlinien besagen, dass Isoflavone bei Hitzewallungen eingesetzt werden können.
• Isoflavone sind keine Hormone!Eine zusätzliche Einnahme von Salbei kann die Wirkung von Isoflavonen unterstützen.

Salbei (Salvia officinalis)

Salbei ist nicht nur für seine entzündungshemmende Wirkung im Mund-, Hals- und Rachenraum bekannt, sondern wird auch schon seit langem zur Regulierung bei einer übermäßigen Schweißproduktion eingesetzt. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren beeinflusst auch das Temperaturzentrum im Gehirn, dadurch reagiert der Körper schneller auf Temperaturschwankungen. Wenn es also nachts kuschelig warm unter der Bettdecke ist, schaltet der Körper schneller als sonst auf Kühlung. Das passiert durch eine erhöhte Schweißproduktion, da Flüssigkeit auf der Haut kühlend wirkt. Der Nachteil: Man wacht schweißgebadet auf.

Salbei zur Regulierung der Schweißproduktion

In hoher Dosierung wirkt sich Salbei positiv auf die Temperaturregulation des Körpers aus, indem er die übermäßige Schweißproduktion an den Schweißdrüsen hemmt und der Körper nicht mehr so schnell überhitzt.

Studiendaten bestätigen schweißhemmende Wirkung von Salbei:

Eine Studie an 100 Frauen, die unter menopausalen Hitzewallungen litten, zeigte unter Einnahme von 100 mg Salbeiextrakt 3 x täglich bereits nach einer Woche eine signifikante Besserung der Beschwerden. In der Placebogruppe kam es hingegen zu keiner deutlichen Abnahme der Symptome.

Nächtliche Schweißausbrüche und Hitzewallungen konnten mit Salbei verringert werden

Nächtliche Schweißausbrüche und Hitzewallungen konnten mit Salbei verringert werden

Die nächtlichen Schweißausbrüche konnten um 69 % und die Anzahl der Hitzewallungen um 60 % verringert werden.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Indikationsgemäß wird die Traubensilberkerze zur Linderung von Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen eingesetzt. Auch in den S3-Leitlinien (wichtigste Entscheidungshilfe für Ärzte) wird eine Anwendung von Traubensilberkerze-Präparaten bei Wechselbeschwerden empfohlen. Da es jedoch deutliche qualitative Unterschiede in der Verarbeitung der Pflanze gibt, wird im Besonderen darauf hingewiesen ausschließlich Arzneimittel aus der Apotheke zu verwenden.

Traubensilberkerze zur Linderung von Wechselbeschwerden

Ein gemeinsamer Einsatz von Traubensilberkerze und Isoflavonen bzw. Salbei ist ohne Probleme möglich.

Der genaue Wirkmechanismus der Pflanze konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Wobei die Wirksamkeit auf vielfältigen Angriffspunkten im zentralen Nervensystem (ZNS) zu basieren scheint. Das Regulationszentrum für die Körpertemperatur wird vermutlich durch eine Interaktion mit den Botenstoffen Dopamin, GABA und Serotonin positiv beeinflusst. Die Wirkstoffe der Traubensilberkerze binden nicht an den Östrogenrezeptoren im Körper und lösen somit keine hormonellen Wirkungen aus.

Traubensilberkerze auf den Punkt gebracht:

• Nur eine Einnahme der Traubensilberkerze als zugelassenes Arzneimittel kann laut Therapieleitlinie empfohlen werden.
• Die Symptome Hitzewallungen und Schweißausbrüche werden gelindert.
• Bei hochdosierten Präparaten muss die Einnahme nur einmal täglich erfolgen.
• Eine Kombination mit Isoflavonen sowie mit Salbei ist möglich.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Durch die stimmungsaufhellenden und antriebssteigernden Eigenschaften wird Johanniskraut als pflanzliche Therapiemöglichkeit bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen eingesetzt.

 

Weitere Informationen finden Sie in unserem Rategeber Depression.

Johanniskraut hat stimmungsaufhellende Eigenschaften

Passionsblume (Passiflora incarnata)

Die Passionsblume wird aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung bei nervösen Unruhezuständen, sowie Stress und Angst eingesetzt. Nachdem sie rasch wirkt, kann sie auch in akuten Situationen eingesetzt werden. Auch einem längerfristigen Einsatz spricht nichts entgegen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Rategeber Nervosität, innere Unruhe und Angst.

Passionsblume bei Stress und Angst

Möglichkeiten der Phytotherapie bei Schlafproblemen:

Verschiedene Heilpflanzen verfügen entweder über schlafanstoßende oder beruhigende Effekte:

  • Baldrian – verbessert die Schlafbereitschaft und Schlafqualität
  • Hopfen – erleichtert das Einschlafen durch die beruhigende Wirkung
  • Melisse – beruhigt und entspannt bei nervös bedingten Schlafschwierigkeiten

Klicken Sie sich auch durch unseren Ratgaber zum Thema Schlafprobleme für mehr Informationen.

Pflanzliche Therapieoptionen bei Beschwerden der Harnwege in den Wechseljahren

Cranberry (Vaccinium macrocarpon)

Cranberry wird aufgrund ihres hohen Proanthocyanidingehaltes (PAC) besonders bei Harnwegsinfektionen eingesetzt. Die Wirkstoffe verhindern ein Anhaften von Bakterien an der Blasenschleimhaut, wodurch die Entstehung einer Entzündung behindert wird.

 

Cranberry bei Beschwerden der Harnwege in den Wechseljahren

Da in den Wechseljahren durch den Östrogenmangel auch die Blasenschleimhäute dünner werden, sind sie für Infektionen empfänglicher. Cranberry kann sich hier vorbeugend wie auch bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen positiv auswirken. Mehr zum Thema Harnwegsinfektionen finden Sie in unserm Dr. Böhm® Ratgeber zum Thema Blasenentzündung.

TIPP: Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen ist es sinnvoll Cranberry kurmäßig über mehrere Monate einzunehmen.

Steirischer Arzneikürbis (Cucurbita pepo var. styriaca)

Gerade in den Wechseljahren wird auch die Blasenschwäche zum Thema. Hier kommt etwa der steirische Arzneikürbis zum Einsatz. In Kombination mit speziellen Beckenbodenübungen entfalten seine wasserlöslichen Inhaltsstoffe ihre positive Wirkung auf die Blase. So kann sich etwa unfreiwilliger Harnverlust in wenigen Wochen deutlich reduzieren.

 

Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Blasenschwäche erhalten möchten, klicken Sie sich bitte durch unseren Ratgeber Blasenschwäche.

Steirischer Arzneikürbis gegen Blasenschwäche in den Wechseljahren

Zusätzliche Tipps

1.    Aktive Lebensweise fördert die Ausgeglichenheit in den Wechseljahren

Je nach Lust und Laune können Sie alle Sportarten ausüben, die Ihnen Spaß machen. Dabei ist besonders wichtig, dass möglichst viel Bewegung in den Alltag integriert wird. Dies stärkt zum einen die Muskulatur und Knochen und zum anderen wird das generelle Wohlbefinden positiv beeinflusst.

Wandern:

Beim Wandern in den Bergen abseits vom fordernden Alltag mal richtig die Seele baumeln lassen. Dies ist besonders gut zum Ausgleich geeignet, da Wanderrouten je nach Intensität ausgewählt werden können. Leichte Routen rein zur Entspannung und etwas anspruchsvolleres zur Steigerung der eigenen konditionellen Leistung.

Wandern zur Entspannung in den Wechseljahren

Langlaufen:

Vor allem Langlauf ist nicht nur eine Sportart, die Muskulatur und Ausdauer trainiert, sondern auch exzellent geeignet ist, um den Kopf „auszulüften“. Wichtig dabei ist langsam zu beginnen und die Intensität erst nach und nach zu steigern.

Langlaufen zum Ausgleich in den Wechseljahren

2.    Calcium und Vitamin D sind wichtig für die Knochen

Calcium wird für viele verschiedene Prozesse im Körper benötigt, wie etwa für die Blutgerinnung und die Signalübertragung in den Zellen. Besonders wichtig ist es aber auch für die Stabilität der Knochen.

Die tägliche empfohlene Aufnahmemenge für Erwachsene liegt bei 1000 mg.

Welche Nahrungsmittel liefern besonders viel Calcium?

  • Milch und Milchprodukte
  • Gemüsearten, wie Brokkoli und Rucola
  • Nüsse, wie Hasel- und Paranüsse

Calcium kann im Körper seine Aufgabe nur dann gut erfüllen, wenn ausreichend Vitamin D vorhanden ist. Unser Körper ist prinzipiell dazu in der Lage, Vitamin D selbst zu bilden. Nachdem dafür allerdings viel Sonnenlicht benötigt wird, ist das in unseren Breitengraden gerade einmal von April bis Oktober möglich. Aus diesem Grund sollten Sie sich in dieser Zeit nach Möglichkeit viel im Freien aufhalten und in den dunkleren Monaten auf eine ausreichende Zufuhr, etwa über Nahrungsergänzungsmittel, achten.

Vitamin D als zusätzlichen Tipp in den Wechseljahren

3.    Ernährungstipps

  • Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder auch Schwarztee können Hitzewallungen auslösen. Daher wird empfohlen, während den Wechseljahren damit eher zurückhaltend umgehen.
  • Auch scharfe Gewürze können die Entstehung von Hitzewallungen begünstigen.

4.    Kleidungstipp: „Zwiebellook“

Wenn Sie mehrere dünne Lagen übereinander tragen, haben Sie den Vorteil, dass Sie sich schnell an Hitzewallungen anpassen können. Hier haben sich vor allem atmungsaktive Kleidungsstücke als besonders hilfreich erwiesen.

Zwiebellook um sich leichter an Hitzewallungen anzupassen

5.    Kühles Wasser

Bei Beginn einer Hitzewallung ist es hilfreich, kühles Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen. Je schneller man damit ist, umso größer ist die Wirkung. Auch Wechselduschen oder Kneipen kann sich positiv auf das Wärmeempfinden auswirken.

1 Apperger C. Wechseljahre: Beratung in der Apotheke. Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag, 2017.

  • Mag. pharm. Susanne Lesch über die Wechseljahre

    Über die Autorin

    Mag. pharm. Susanne Lesch ist Pharmazeutin und Spezialistin für die Wirkweise pflanzlicher Arzneimittel sowie für die Ernährung in allen Lebensabschnitten.

    Mag. pharm. Susanne Lesch

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